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Zu den Verhaftungen an der WEF-Demo in Bern Bereits ab 11.00 Uhr kam es zu zahlreichen präventiven Festnahmen am Bahnhof und in der ganzen Innenstadt. Darunter befanden sich auch auffallend viele minderjährige Personen. Die Festnahmen erfolgten meist ohne Angabe eines Grundes und erscheinen völlig willkürlich. Zeitweise war es Personen, die bestimmte äusserliche Merkmale wie eine auffallende Frisur aufwiesen, in der Innenstadt praktisch unmöglich, einer Festnahme zu entgehen. Dabei wurden auch zahlreiche Personen festgenommen, die nie die Absicht hatten, an der Demonstration teilzunehmen. Die meisten Festnahmen basierten einzig auf der Unterstellung, die betroffene Person könnte vielleicht an einer Demonstration teilnehmen, die bis vor zwei Tagen noch bewilligt war. Mit diesem Vorgehen wird einmal mehr die Unschuldsvermutung im Vorfeld von Demonstrationen faktisch aufgehoben. (...) Ein Grossteil der Betroffenen wurde in Aussenzellen der Polizeihauptwache am Waisenhausplatz festgehalten. Dabei wurden bis zu 60 Personen in einer Zelle zusammengesperrt. Die Betroffenen mussten bis zu 10 Stunden ohne Angabe eines Grundes in der Kälte ausharren. Mehrere Insassen wurden zudem von Polizeikräften aus dem Gebäude heraus mit Wasser begossen. Grundlegende Bedürfnisse wurden nur sehr beschränkt respektiert. (Medienmitteilung von "augenauf Bern", @indymedia.org)Die Willkürlichkeit der Verhaftungen sehe ich darin bestätigt, dass - wie schon im Dezember in Luzern - Journalisten unter den Verhafteten waren: Ebenfalls für Kritik sorgt, dass die Polizei vorübergehend zwei Journalisten verhaftete. «Offensichtlich sollen kritische Medien daran gehindert werden, den Polizeieinsatz zu beobachten», moniert die Mediengewerkschaft Comedia. Sie sieht die Pressefreiheit verletzt. (...) «Es ist wohl kein Zufall, dass die Polizei zwei Journalisten von linken Zeitungen, welche die Anti-WEF-Demos am kritischsten verfolgen, verhaftet hat», sagt Stephanie Vonarburg von Comedia. (tagesanzeiger.ch) Bei seiner Festnahme wies der Journalist eine Bestätigung der Redaktion vor, dass er den Auftrag habe, das Demonstrationsgeschehen in der Stadt Bern zu beobachten. Dies wurde von der Polizei nicht beachtet. (comedia.ch) Parallelen zu Luzern sind auch bei der Tatsache zu ziehen, dass die Polizei überfordert schien, einerseits bei der Unterbringung der zahlreichen Verhafteten, andererseits beim Aufbieten von kompetenten ![]() (Bild von ostblog.de) Ich frage mich ernsthaft, wohin das führen soll, wenn in kritischen Situationen pauschal sämtliche Leute verhaftet werden oder Verhaftungen nach gutdünken "nach Aussehen" selektiert werden - natürlich ohne gefestigten Verdacht. Und ich bin entsetzt, wie viele Leute das sogar noch gut finden, es muss ja "etwas" gegen "diese Chaoten" gemacht werden... gepostet am 20.1.2008 um 22:00 von immanuel | sinn-los | trackback ich finde diesen beitrag: gut, schlecht. tags: Demo, Repression, Motzerei, Polizei Bitte einloggen um Kommentare zu sehen |